Putin liefert „Munition“ für AfD – SPD-Stammtisch 12 Tage vor der Wahl

Die Teilnehmenden des Stammtisches

23. Februar 2025

Gut gelaunt trafen sich zahlreiche Mitglieder des SPD-Ortsvereins Füssen am Dienstagabend zu ihrem Monatsstammtisch, zu dem der Stellvertretende Vorsitzende Tobias Merz auch etliche Gäste begrüßen konnte, darunter TV Allgäu, das Interviews mit mehreren Teilnehmern aufnahm. Freude herrschte darüber, dass der Ortsverein zu diesem öffentlichen Stammtisch erneut ein neues Mitglied begrüßen konnte. Dem Thema des Abends „12 Tage vor der Wahl“ entsprechend stand die Bundestagswahl natürlich im Mittelpunkt der Gespräche. Stadt- und Kreisrätin Ilona Deckwerth verwies darauf, dass die SPD ein klares ökonomisch, ökologisch und sozial ausgewogenes Programm vorgelegt und ihre Forderungen im Gegensatz zu anderen Parteien auch mit einem Finanzierungskonzept unterlegt habe. "Statt sozialem Kahlschlag brauchen wir eine sozial gerechte Steuerreform, den Erhalt des Deutschlandtickets und die Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro“, erklärte sie darüber hinaus.

Ihr früherer Landtagskollege und ehemaliger Füssener Bürgermeister Dr. Paul Wengert drückte seine Bestürzung darüber aus, dass die AfD bei Umfragen inzwischen die 20-Prozent-Grenze überspringe. „Ohne die Flüchtlingskrise, ohne das Thema Migration würde diese in weiten Teilen rechtsextreme Partei keinen Stich machen“, so Wengert, der die wesentliche Ursache für die Flüchtlingsströme vor allem im russischen Diktator Putin sieht. „Ohne die schützende Hand und die Bomber Putins wäre der Krieg in Syrien in wenigen Monaten schon vor zehn Jahren mit dem Sturz des Menschen-schlächters Assad beendet gewesen und wir hätten nicht eine Million Flüchtlinge aus diesem Land bei uns aufnehmen müssen und ohne Putins verbrecherischen Überfall auf die Ukraine wäre nicht eine Million schutzsuchender Menschen in unser Land gekommen.“ Kein Wunder sei es daher, dass die AfD unverhohlen Putin gegenüber große Sympathie zum Ausdruck bringe. „Er liefert ihr die Munition für ihre Agitation in Sachen Migration. Es ist höchste Zeit, dass die AfD-Wähler das endlich erkennen.“ Als Tabubruch heftig kritisiert wurde einhellig, dass die CDU/CSU im Bundestag ihren Migrations-antrag sehenden Auges mit den Stimmen der AfD durchgeboxt habe. Die von Merz viel beschworene „Brandmauer“ brenne nun selbst lichterloh. „Ich bin jetzt fast 53 Jahre in der SPD, aber hätte nie gedacht, noch einmal für den Erhalt der Demokratie kämpfen zu müssen“, erklärte Dr. Wengert.

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