"Von der Kuh bis zur Biene" Informationen aus erster Hand zum Tier- und Artenschutz/MdEP Maria Noichl und Landratskandidatin Ilona Deckwerth zu Gast in Buchloe
Informationen aus erster Hand, nämlich von der Europaabgeordneten Maria Noichl, gab es unter dem Titel „Von der Kuh bis zur Biene“ jüngst bei einer Veranstaltung der SPD in Buchloe zum Tier- und Artenschutz. Die gebürtige Rosenheimerin ist bereits seit 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments und des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Als ausgewiesene Fachfrau setzte sich die Hauswirtschaftsmeisterin und Fachlehrerin für Ernährung und Gestaltung mit der SPD-Kandidatin für das Amt der Landrätin im Ostallgäu, Ilona Deckwerth, über die Notwendigkeit und Möglichkeiten von Schutzmaßnahmen in der Tierhaltung auseinander.
Moderatorin Monika Seidenspinner aus Kaufbeuren führte in die Abendveranstaltung im Buchloer Café Morizz ein. Selbst eine große Hundeliebhaberin brachte sie ihre Sorge darüber zum Ausdruck, dass der Schutz der Tiere und Arten angesichts großer Krisen wie dem Ukrainekrieg ins Hintertreffen geraten könnte. Landratskandidatin Ilona Deckwerth führte diese Gedanken weiter aus und stellte einen lokalen Bezug her. Einerseits sei das Allgäu eine Region mit vielfältiger Natur, landwirtschaftlich geprägt und in weiten Teilen sogar Landschaftsschutzgebiet, andererseits passierten immer wieder Skandale in der Tierhaltung wie der aktuelle Prozess um Bayerns größten Milchwirtschaftsbetrieb zeige. Gleichzeitig verschwänden auch im Allgäu viele Pflanzenarten in einer oft viel zu monoton bewirtschafteten Landschaft. Deckwerth stellte die Frage in den Raum, was denn geändert werden müsse und könne, um den Raubbau an der Natur zu begrenzen und Tiere besser zu schützen.
Maria Noichl nahm die Anwesenden mit in die europäische Politik. So verwies sie unter anderem darauf, welch große Schritte in der EU für einen besseren Tier- und Artenschutz bereits unternommen worden sind. Heute gebe es beispielsweise in Europa keine Pelzfarmen mehr, in denen Felltiere früher unter oft erbärmlichen Bedingungen für die Modeindustrie gezüchtet worden waren. Landwirte erhielten heute Fördergelder für Blühstreifen an ihren Feldern, wodurch mehr Lebensräume für viele bedrohte Tiere und Pflanzen geschaffen werden. Grundsätzlich forderte sie eine Abkehr von der industriellen Sichtweise mit dem Ziel der Profitmaximierung in der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit und einer Kreislaufwirtschaft, um solche Tierskandale, wie im Unterallgäu geschehen, künftig zu verhindern. Sie wünschte sich zugunsten eines besseren Artenschutzes Konzepte, die die Lebens-räume im Ganzen betrachten und verbessern. Keinesfalls dürfe unter dem Siegel der Entbürokratisierung ein brachialer Abbau von Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen erfolgen, wie es leider von bestimmten konservativen und rechtsgerichteten Politikern gefordert werde.
Monika Seidenspinner brachte nach einer anschließenden lebhaften Debatte ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass dieser Abend allen Beteiligten Mut mache, gemeinsam aktiv zu werden und für den Tier- und Artenschutz vor Ort und auf überregionaler Ebene einzutreten.